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„Das Einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren.“

Es ist eine solche Erinnerung, die den preisgekrönten Regisseur Markus Imhoof sein Leben lang begleitet hat: Es ist Winter, die Schweiz ist das neutrale Land inmitten des Zweiten Weltkriegs und Markus Imhoofs Mutter wählt am Güterbahnhof ein italienisches Flüchtlingskind aus, um es aufzupäppeln. Das Mädchen heißt Giovanna – und verändert den Blick, mit dem der kleine Markus die Welt sieht.

70 Jahre später kommen wieder Fremde nach Europa. Markus Imhoof hat Giovanna nie vergessen, hat ihre Spuren verfolgt und in ihrem Land gelebt. Nun geht er an Bord eines Schiffes der italienischen Marine, es ist die Operation „Mare Nostrum“, in deren Verlauf mehr als 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer gezogen werden. Mit den Augen des Kindes, das er damals war, spürt er den Fragen nach, die ihn seit jeher umtreiben.

Markus Imhoof erzählt nach seinem herausragenden und u.a. mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichneten Kinoerfolg MORE THAN HONEY erneut eine sehr persönliche Geschichte, um ein globales Phänomen erfahrbar zu machen. Seine Fragen nach Menschlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung in der heutigen Welt führen ihn zurück zu den Erlebnissen seiner Kindheit und seiner ersten Liebe.

 
















Die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes war eine vom Januar 1942 bis 1956 dauernde Hilfsaktion zugunsten von kriegsgeschädigten Kindern aus mehreren europäischen Ländern. Kinder, die es gesundheitlich nötig hatten oder Familienangehörige verloren hatten, und deren Zustand es erlaubte, dass sie sich in einem drei- bis sechsmonatigen Aufenthalt erholen konnten, wurden in die Schweiz gebracht und dort auf Schweizer Familien oder Pflegeeinrichtungen verteilt.

Der Ursprung der Kinderhilfe lag nicht auf Bundesebene: Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs schlossen sich 17 Hilfswerke und Organisationen zur Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK) zusammen. Weil der SAK die personellen und finanziellen Mittel fehlten und sie andererseits als zu „politisch“ galt, wurde die humanitäre Hilfe 1942 unter die Schirmherrschaft des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) gestellt.

Die Einreise von Kindern mit der Eisenbahn in die Schweiz war die größte Kinderhilfsaktion während und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Von 1940 bis 1945 profitierten rund 62.000 unterernährte und kranke Kinder von den Erholungsaufenthalten. Nach dem Krieg wurden die Aufenthaltsprogramme weitergeführt und zugunsten von Kindern aus ganz Europa erweitert. Nun kamen auch aus Deutschland, Italien und Österreich erholungsbedürftige Kinder in die Schweiz. Bis zum Ende der Aktion 1956 wurden 181.000 Kinder von rund 100.000 schweizerischen Pflegefamilien betreut.

Jüdische Kinder wurden jedoch schon früh ausdrücklich von den Kinderzügen ausgenommen. Das SRK stand, wie alle nationalen Rotkreuzgesellschaften, in einer privilegierten Beziehung zur Landesregierung und war vor allem in Kriegszeiten von der politischen Linie abhängig. Und der Bundesrat stand unter großem innen- und außenpolitischen Druck.

Mit humanitärer Hilfe konnte er ihn entkräften. So wurden schon früh Kinder aus den von Deutschland besetzten Gebieten in die Kinderzüge integriert, um der Schweiz einen Verhandlungsvorteil bei der Wahrung ihrer Neutralität zu ermöglichen und es kam zwischen der Vichy-Regierung und dem Schweizer Bundesrat zu dem im Film beschriebenen Handel: Für jeden jüdischen Flüchtling in der Schweiz, der ein Visum nach Amerika und ein Schiffsticket hatte, wurde ein Durchreisevisum zum Hafen von Marseille gewährt, wenn die Schweiz als Gegenleistung drei hungrige französische Kriegskinder in der Schweiz auffüttert.

Um die Zuwanderung besser steuern zu können und weil der Bundesrat wegen des Tourismus die Grenzen nicht schließen wollte, war seit 1939 eine Unterscheidung zwischen anerkannten „politischen Flüchtlingen“ und „Emigranten“ gemacht worden, die im Ermessen der Fremdenpolizei lag. Flüchtlinge „nur aus Rassengründen“ galten ausdrücklich nicht als politische Flüchtlinge. Für „nicht-arische“ Einreisende aus Deutschland galt ein Visumzwang und ein Visum durfte nur noch ausgestellt werden, wenn Gewähr bestand, dass der Ausländer die Schweiz wieder verlassen würde. Die Pässe deutscher Juden wurden darüber hinaus mit einem „J“-Stempel gekennzeichnet und damit zur Einreise in die Schweiz untauglich gemacht.

Insgesamt wurden unterschiedlichen Quellen zufolge bis zu 20.000 Menschen während des Krieges an der Grenze abgewiesen oder an die Nazis ausgeliefert, obwohl bekannt geworden war, dass diese akut von Ermordung bedroht waren. Erst 10 Monate vor Kriegsende, im Juli 1944, wurde diese Praxis gestoppt. Eine Untersuchungskommission kam 2002 zu dem Ergebnis, dass die damalige schweizerische Flüchtlingsgesetzgebung mit den Prinzipien eines Rechtsstaates nicht vereinbar war.

1945 kam Giovanna Viganò mit acht Jahren auf einem dieser Kinderzüge in die Schweiz und zur Familie Imhoof. Giovanna ist ein unterernährtes Straßenkind, ihr Vater ist in Stalingrad verschollen und vermutlich tot, die Mutter ist zu krank, um sich um die Tochter zu kümmern.

1946 muss Giovanna wieder zurück nach Mailand. Die Imhoofs wollen sie länger behalten, aber man dürfe die Gefühlsbindungen nicht zu stark werden lassen, ist die Weisung vom Roten Kreuz.

Zuhause in Italien ist die Mutter immer noch krank, die Armut ist groß, es gibt zu wenig Essen, die Fenster sind seit einer Bombardierung kaputt und mit ölgetränktem Papier nur notdürftig zugeklebt. Es fehlt an allem und es ist kalt, denn es gibt kein Geld zum Heizen. Die Mutter lötet in der Küche Radioantennen für eine kleine Werkstatt. Später arbeitet sie in einer Zigarettenfabrik. Giovanna ist oft krank, hat Rheuma und ist unterernährt. Die Geschenkpakete und Geldsendungen aus der Schweiz sind zu wenig.

1949 will Familie Imhoof Giovanna (13 Jahre alt) privat wieder zurückholen (Markus ist 8 Jahre alt). Aber als ausländisches Kind in die Schweiz zu kommen ist kompliziert wegen einer Gesetzgebung zu Saisonarbeitern: Diese Saisoniers wohnen in Baracken in der Schweiz, arbeiten vor allem auf dem Bau und müssen jedes Jahr für drei Monate zurück.

Sie haben keine Rechte, Kinder mitzubringen, man will – damals wie heute - den „Familiennachzug“ verhindern. Es sind über eine halbe Million Italiener, die häufig rassistisch angefeindet werden.

Markus Vater muss für die Übernahme aller Kosten bürgen und die Ausreise garantieren. Giovanna darf einreisen. Doch bereits 1950 muss Giovanna wieder zurück nach Mailand – und wird wieder krank. Giovanna stirbt im selben Jahr (Markus ist 9 Jahre alt). Die Eltern Imhoof machen sich bis hohe Alter Vorwürfe.

1978: Markus lebt jetzt in Mailand, aber mit einer anderen italienischen sprechenden Frau, Giovannas Mutter betreut oft ihre gemeinsamen Kinder. Er schreibt das Drehbuch zum Flüchtlingsfilm DAS BOOT IST VOLL über die Abschiebung jüdischer Flüchtlinge aus der sicheren Schweiz zurück ins Deutsche Reich und in den sicheren Tod während des Zweiten Weltkriegs.

1981 wird der Film bei der Berlinale aufgeführt und mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet sowie ein Jahr später mit einer Oscar®-Nominierung geehrt.

 







Markus Imhoof wurde 1941 in Winterthur geboren. In Zürich studierte er Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte und machte seinen Abschluss mit einer Arbeit zum Thema „Brechts Stücke im Hinblick auf sein theoretisches Werk“. Nach einer Assistenz bei Leopold Lindtberg am Zürcher Schauspielhaus besuchte er die Filmschule an der Schule für Gestaltung Zürich. Seinen ersten Film hatte er aber schon 1961 gedreht. Seine Filme FLUCHTGEFAHR (1974) und TAUWETTER (1977) gehören zu jenen Werken, die in den siebziger Jahren dem Neuen Schweizer Film internationale Beachtung verschafften.

Sein 1980 entstandener Film DAS BOOT IST VOLL wurde bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet und schaffte es in die Endauswahl für den Oscar® als bester fremdsprachiger Film. Mit DIE REISE verfilmte er 1986 Bernward Vespers nachgelassenen Schlüsselroman über die Frühzeit der RAF.

Seine Filme wurden auf den Festivals von Berlin, Venedig, Cannes, Locarno, u.a. gezeigt. Sein letzter Film MORE THAN HONEY wurde mit dem schweizerischen und dem Deutschen Filmpreis geehrt, war der bis dato erfolgreichste Schweizer Film aller Zeiten und findet bis heute international große Beachtung.

Markus Imhoof war Gastdozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie, Berlin und an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Europäischen und der Deutschen Filmakademie sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles.

Neben seiner Filmarbeit ist Imhoof auch für seine Opern- und Schauspielinszenierungen in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz bekannt.


Filmografie (Auswahl):

ELDORADO (2018) / Regie, Drehbuch, Produktion

MORE THAN HONEY (2012) / Regie, Drehbuch, Produktion

STEINSCHLAG (2005) / Drehbuch

ZORNIGE KÜSSE (2000) / Drehbuch

FLAMMEN IM PARADIES (1995) / Regie, Drehbuch

LES PETITES ILLUSIONS (1991) / Regie, Drehbuch

DER BERG (1990) / Regie, Drehbuch

DIE REISE (1986) / Regie, Drehbuch

DAS BOOT IST VOLL (1980) / Regie, Drehbuch

ISEWIXER (1979) / Regie

TAUWETTER (1977) / Regie, Drehbuch

FLUCHTGEFAHR (1974) / Regie, Drehbuch


Das Ausland spielte eine große Rolle in unserer Familie: Mein Vater hatte seine Dissertation über Auswanderer aus Europa geschrieben, meine Mutter ist in Indien geboren, eine Tante kam aus Odessa, die andere lebte in Ägypten, ein Onkel in Kolumbien, der andere in den USA. Über meinem Bett hing während meiner ganzen Jugendzeit eine Karte von Afrika, mit einem echten Speer, der aufs „Herz der Finsternis“ zeigte. 1945 kam Giovanna aus Italien zu uns in die kriegsverschonte Schweiz. Es war die Zeit, in der ich entdeckte, dass auch alle andern zu sich selber „Ich“ sagen. Ich verliebte mich in das fremde „Ich“. Das hat mein Leben nachhaltig geprägt.

In dieser Zeit galt in der Schweiz die Formulierung: „Flüchtlinge nur aus Rassegründen gelten nicht als Flüchtlinge,“ weil es davon am meisten gab. 24.000 Gerettete schickte man wieder zurück - weil wir sonst wegen der Last dieser zusätzlichen Passagiere alle zusammen untergehen würden. Darüber habe ich 1980 den Spielfilm DAS BOOT IST VOLL gedreht, die Geschichte einer zufällig zusammengewürfelten Gruppe von Flüchtlingen, die zurückgeschickt wurden in den Tod. Für das Flüchtlingsmädchen Kitty habe ich ein Mädchen gesucht, das Giovanna gleicht. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wird heute Rassendiskriminierung als erster Punkt in der Genfer Konvention als Asylgrund anerkannt.

Heute gilt der Grundsatz: „Flüchtlinge nur aus sozialer Not gelten nicht als Flüchtlinge,“ weil es davon am meisten gibt. Das Boot ist wieder voll. Ich hatte vor 35 Jahren nicht damit gerechnet, dass der Titel meines Films noch einmal so konkret und drängend wird, dass man darüber nochmals einen Film drehen muss. Nach meinem letzten Dokumentarfilm MORE THAN HONEY begann ich an zwei neuen Filmprojekten zu arbeiten: einem über Migration, einem über Geld. Während meiner Recherchen merkte ich bald, wie eng beide Themen miteinander verbunden sind und dass das Thema Migration nicht ohne das Thema Geld zu erzählen ist.

Jeder von uns trägt ein Stück Kongo in seiner Hosentasche: seltene Erden im Handy. 80% von Coltan wird in rückständigen Minen im Kongo gegraben, aber die Gewinne der Rohstoffhändler fließen in die Schweiz. Auch mit den Europäischen Handelsabkommen mit Afrika für den zollfreien Import unserer Agrarprodukte werden die Spielregeln verzerrt: Afrikanische Bauern können gegen unseren subventionierten Erfolg nicht mithalten.

Die Globalisierung hat das Proletariat „exportiert“ und kehrt sich um in wirtschaftliche Kolonialisierung: Geld, Reiche und Waren reisen global, aber Arme müssen bleiben wo sie sind. Die über die Welt verteilten wirtschaftlichen Hoch- und Tiefdruckgebiete sind heute Voraussetzung für die möglichst billige Produktion der Warenströme. Nur ein Gefälle kann unser Wasserrad antreiben.


Die Asylsuchenden sind eine Folge dieser Dynamik. Unser Glück lockt sie an. Aber sie stören bei der Steigerung von Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Darum das Einreiseverbot nach Europa. Die Abwehr überlässt man den Naturkräften des Meeres. Seit dem Jahr 2000 sind 30.000 Menschen auf der Flucht ertrunken: eine Kleinstadt aus Leichen. Menschenleben als Kollateralschaden unseres Wohlstands und unserem „Pursuit of Happiness“.

Die Krise ist nicht vorbei, sie fängt erst an, bald kommen auch noch die Klimaflüchtlinge.

Die Erinnerung an Giovanna schenkt mir die Radikalität des Kinderblicks, ein fruchtbarer Kontrast zur internationalen Maschinerie, mit der die Fremden verwaltet werden. Noch nie war es so schwierig, Drehbewilligungen zu bekommen. Es muss also „was dran“ sein an dem Thema, wenn man dessen Bearbeitung so eifrig versucht zu verstecken. Aber auf der Agenda bei Wahlen und Koalitionsverhandlungen steht es zuoberst.

Unsere Herausforderung war, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Grundsätzliches entlarvt sich oft an einem Detail, an einem Blick, einem Lachen, die Summe des scheinbar Unwesentlichen macht das Wesentliche sichtbar.

Im Kern geht es um den Konflikt zwischen „ich“ und „uns“, um den Kontrast oder das Zusammenspiel der vielen Einzelnen zu einem Ganzen. Wie in einem Orchester, wo nicht die Trompete die Musik dominiert, sondern auch die Bratsche und die Flöte zu hören ist. Es geht um eine Hoffnung auf ein Gleichgewicht, auf ein Zusammenleben zwischen Nord und Süd als Organismus, der sich nicht mehr permanent ausnutzt und damit selbst zerstört.

Auch alle andern sagen zu sich selber „Ich“. Das kann zu Krieg führen oder der Anfang einer Liebesgeschichte sein.

An der Tür einer Schneiderei, die von Flüchtlingsfrauen betriebenen wird, hängt ein Spruch aus Alice im Wunderland: „Ich kann einfach nicht an das Unmögliche glauben,“ sagte Alice. Da antwortet die Rote Königin: „Du gibst Dir nicht genug Mühe! In Deinem Alter habe ich das jeden Tag eine halbe Stunde geübt und manchmal konnte ich an sechs unmögliche Dinge glauben, schon vor dem Frühstück.“

Markus Imhoof, Februar 2018









„Markus Imhoof gelingt mit ELDORADO eine tiefgehende, vielschichtige Doku über Europas Geflüchtete. Noch ein Dokumentarfilm über Flüchtlinge? Nach „Seefeuer – Fuocoammare“, dem Berlinale-Gewinner, und „Human Flow“ gelingt Eldorado, was die beiden anderen Dokus vermissen lassen. Vor allem, weil Eldorado die Perspektive ins Historische weitet und parallel von Giovanna erzählt, dem italienischen Kriegskind, das Imhoofs Eltern aufnahmen. Die Nahaufnahme bis ins Privat-Biografische hinein imprägniert Eldorado gegen die populistisch entpersonalisierende und katastrophische Rede von der Flüchtlingswelle."


Tagesspiegel


„Hinter den Dokumentarbildern von Eldorado verblassen die Versuche, das Thema fiktional zu bearbeiten. Die Wirklichkeit schlägt jede Fantasie.“


Die Welt


„In Eldorado wird das das Kino zum Medium der Erkenntnis.“


Frankfurter Allgemeine Zeitung


„Seine enorm vielschichtigen Aspekte und Facetten, die Markus Imhoof immer wieder mit der eigenen Biographie verknüpft, machen Eldorado zu einem außergewöhnlichen Werk über Flucht und ihre Ursachen, das den Blick für Zusammenhänge weitet – universell und zutiefst human.“


kino-zeit


„Ankommen, hoffen und verzweifeln: Die ergreifende Flüchtlingsdokumentation Eldorado beeindruckte im Wettbewerb.“


Berliner Morgenpost


„Ein perverser Kreislauf auf dem Rücken der Ärmsten. Markus Imhoof ist mit Eldorado ein überzeugender und berührender Dokumentarfilm gelungen.“


rbb24


„Es ist erstaunlich, aber bewundernswert, wie sanft Imhoof bis in die letzten Minuten seines Films bleibt, bewundernswert, weil es die Überzeugungskraft seines Films nur noch steigert. Bis zum Schluss verzichtet er aufs Appellative, setzt auf die Fähigkeit seiner Zuschauer zum Selberdenken und streut immer wieder die schöne und traurige Geschichte seiner italienischen Flüchtlingsschwester ein.“


perlentaucher.de


„Von allen Filmen der Berlinale ist Eldorado einer der politischsten, da er die wirtschaftlichen Zusammenhänge der Flüchtlingskrise aufdeckt: Frauen in der Prostitution, Männer als Sklaven auf den Tomatenplantagen Südeuropas. Das gelobte Land, als das dieser Kontinent erscheint, wird für viele, die es erreichen, zur Hölle auf Erden. Wer dem nur zusieht, macht sich schuldig.“


Nürnberger Nachrichten


„Einer der wichtigsten Schweizer Filmemacher hat sechs Jahre nach „More Than Honey“ wieder einen Film gedreht, der sich unwiderruflich ins Gedächtnis einbrennt."


Blick


„Der leise, aber knallharte Dokumentarfilm Eldorado ist eins der bewegendsten Zeugnisse, die bisher zur Flüchtlingskrise gemacht wurden. Indem Imhoof das Persönliche mit dem Observatorischen vermischt, gelingt ihm ein eindrucksvoller Film, der die Wahrheit zeigt.“


ScreenDaily


„Markus Imhoofs unerschrockener und persönlicher Film Eldorado ist herzzerreißend.“


The Guardian


„Mit nachhaltig wirkenden Bildern zeigt Imhoof die Menschen als Manövriermasse in einer Rettungsmaschinerie und behält doch den Blick für den Einzelnen."


tagesschau24


„Eine leise mahnende Dokumentation“


Deutschlandfunk Kultur


„Ein Film für alle, die weiterhin interessiert sind an den Folgen und Ursachen für die derzeitige Migrationsbewegung nach Europa. "Eldorado" zeigt die Ungerechtigkeit und Hilflosigkeit im Herzen Europas. Ein trauriger Film über eine traurige Gegenwart."


rbb Inforadio


„Ein angenehm nüchterner, empathischer und persönlicher Film über die Flüchtlingssituation. Imhoof hat ein gutes Händchen, wenn es darum geht, globale Probleme ganz nüchtern und unaufgeregt so zu verdichten, dass sie nicht verfälschend verkürzt werden, sondern der Nagel in aller Knappheit auf den Kopf getroffen wird."


filmstarts.de


„Imhoof, der zuletzt mit „More than honey“ einen Überraschungserfolg landete und mit „Das Boot ist voll“ schon einmal das Thema Flucht behandelte, geht es mit persönlichen und historischen Bezug an, was es auch dem Zuschauer näher bringt und seinen Film von anderen Dokus abhebt. Imhoof kommentiert die Situation nicht larmoyant, er stellt nur fest, wie es ist, aber das ist erschütternd genug und ein Aufruf an alle etwas zu ändern."


Blickpunkt:Film


„Ein trauriger, humanistischer, nachdenklicher und ruhiger Film."


taz


„Ein eindringlicher Appell an unsere Mitmenschlichkeit."


rbb Berlinale-Studio


„ELDORADO verbindet Persönliches und Politisches auf eindrückliche Weise und prägt die letzten Festivaltage der Berlinale. Ein besonderes dokumentarisches Highlight."


Kölner Stadtanzeiger


„Keinen Preis gewinnen konnte der Schweizer Veteran eines humanistischen Kinos, Markus Imhof für einen der schönsten Filme des Programms: Sein dokumentarischen Essay über Flucht und Migration, „Eldorado“, wurde nur außer Konkurrenz gezeigt. Imhoof, unvergessen für den kritischen Schweiz-Film „Das Boot ist voll“, prangert darin nicht nur die Ausbeutung illegal ins Land gekommener Einwanderer an, die in Italien für Hungerlöhne in der Landwirtschaft schuften, und dokumentiert die beschämenden Zustände in vielen Aufnahmelagern. Zutiefst bewegend ist auch die autobiografische Perspektive einer frühen Kindheitserinnerung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: In einem imaginären Dialog unterhält er sich mit dem italienischen Flüchtlingsmädchen, das seine Eltern aufnahmen und das ihm zu einer Schwester wurde. Dann verlangte ein Gesetz ihre Rückführung; mit nur 14 Jahren starb das Kind in Mailand an den Folgen seiner Unterernährung. Warum Kosslick diesen Film nicht in der Konkurrenz zeigen wollte, bleibt ein Rätsel. Offenbar war das Boot schon voll.“


Frankfurter Rundschau


„Neben dieser sehr persönlichen Geschichte liefert Imhoof packende investigative Einblicke etwa in Flüchtlingsslums, in denen die italienische Mafia abgelehnte Asylbewerber als Feldarbeiter schuften lässt."


Süddeutsche Zeitung


„Dieser Berlinale-Film ist ein Appell. Er berührt, bewegt und beschämt."


BR Rundschau


„Ein beeindruckender und bedrückender Film. ... Ähnlich wie bei Imhoofs Bienen-Doku vermischen sich somit grausame Realität und humanistischer Idealismus, was auf emotionaler Ebene äußerst eindrücklich ist und gleichzeitig unbeschreiblich niederschmetternd. Pflichtprogramm daher besonders für eingefleischte AfD-Wähler und Pegida-Anhänger."


Filmecho


„Imhoof hinterfragt das System der organisierten Hilfe, das Geflüchtete in einen teuflischen Kreislauf entlässt, der meist von ökonomischen Interessen bestimmt wird. Ein leiser Film, der zur eindringlichen Mahnung wird."


Berlinale


Weitere Pressestimmen in Kürze an dieser Stelle.


















Hier erfahren Sie stets aktuell, in welchen Kinos ELDORADO ab dem 26. April 2018 zu sehen ist.



Mit dem Alarm-Dienst von kino-zeit.de werden Sie ELDORADO nicht verpassen. Einfach die gewünschte Postleitzahl eingeben und Sie erhalten einmalig eine Mail, sobald ELDORADO in Ihrer Gegend anläuft.




23.4. Darmstadt, Rex (10 Uhr)
23.4. Frankfurt, Harmonie Kinos (18.30 Uhr)
24.4. Dresden, Programmkino Ost (19.45 Uhr)
25.4. Potsdam, Thalia (20 Uhr)
26.4. Hamburg, Abaton Kino (20 Uhr)
27.4. Essen, Filmstudio Glückauf (18 Uhr)
28.4. Mannheim, Atlantis (17 Uhr)
28.4. Heidelberg, Gloria (19 Uhr)
29.4. Freiburg, Harmonie (15.15 Uhr)
29.4. Stuttgart, Delphi Arthaus Kino (20 Uhr)
30.4. München, Kinos Münchner Freiheit (19.30 Uhr)













VISION KINO schreibt:
"Der sehr persönliche Zugang verwebt prägende Erfahrungen aus der Kindheit des Regisseurs mit gegenwärtigen Beobachtungen aus der „Festung Europa“. Die beiden korrespondierenden Erzählstränge werden immer wieder miteinander verknüpft, ineinander verschachtelt und gespiegelt. Rhythmisch geschmeidige Montage verbindet umfangreiches Familienfotomaterial, Auszüge aus Giovannas Briefen und Kinderzeichnungen, von der Voice-Over-Stimme des Regisseurs beredt zum Sprechen gebracht, mit kaum weniger eindringlichen Bildsequenzen von der aktuellen Flüchtlingssituation und erhellenden Off-Kommentierungen. Auf der Basis der besonderen biografischen Prägung gewinnt der vielschichtige, die Perspektive eines teilnehmenden Beobachters einnehmende Film mit dem Versuch einer globalisierungs- und EU-subventionskritischen Einordnung der Flüchtlingskrise und ihrer Ursachen am Beispiel fataler wirtschaftlicher Kreisläufe eine aufschlussreich erweiterte Dimension jenseits einschlägiger Dokumentarfilme zum Thema."

Alle Informationen und Materialien hier.